Vernis Martin Kommode sans traverse
Vernis Martin Kommode sans traverseVernis Martin Kommode sans traverse

Vernis Martin Kommode sans traverse

Jean-Jaques Manser

(Meister ca. 1760) 

gestempelt: MANSER JME

Frankreich, Epoche Transition

Maße: 85 x 82 x 47 cm


Eichenkorpus mit Amaranth, Königsholz und Vernis Martin,
Marmorplatte „Gris St. Anne“
Original Schlösser und feuervergoldete Beschläge
allseitige Vernis Martin Scenen mit Landschaftsdarstellungen auf geschwungenen Beinen
rückseitig angebrachte Inventarnummer "PC 7504"

 

Der wohlproportionierte, kastenförmige Korpus besteht aus Eiche mit Amaranth und Königsholz (Veilchenholz, eine Palisander-Art). Es ist eine französische Lackarbeit im so genannten "Vernis Martin", nach den Erfindern Gebr. Martin (und Söhne). Vernis Martin gab es zwischen 1720 und 1789. In einem Katalog des Museums für Lackkunst in Münster wird Vernis Martin "zum Feinsten einer überbordenden Produktion von Luxusgütern im ausklingenden Ancien Régime" bezeichnet. Und weiter: "Berühmt für ihre täuschende Nachahmung der bewunderten ostasiatischen Lackarbeiten, wandten sie sich seit den vierziger Jahren zunehmend von den fernöstlichen Vorbildern ab, leiteten eine Erweiterung des Farbspektrums ein und entwickelten unter dem Einfluss der Goldschmiedekunst völlig neue Ziertechniken. In der Hinwendung zu den Motiven der zeitgenössischen französischen Kunst vollendete sich die von den Martins begründete Emanzipation vom asiatischen Modell. Doch erst die Härte und Transparenz des nach ihrem patentierten Verfahren hergestellten Lacks ermöglichten die außergewöhnliche Vielfalt und Qualität ihrer Arbeiten."

Das Möbel ist ein Beispiel für den "style transition", der zwischen 1750 und 1780 blühte und Elemente aus Louis XV, Louis XVI Rokoko und Klassizismus zu einem harmonischen Ausgleich bringt. Die Marmorplatte ist aus dem so genannten "Gris St. Anne", der aus den atlantischen Pyrenäen (Arudy) stammt und in der Epoche Louis XVI populär wurde.

Das Klassizistische Moment ist in der schönen Strenge der Kastenform enthalten, während die geschwungenen Beine ein barockes Element darstellen, ein typisches Stück also für den "style transition".

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Literatur:

Französischer Lack im 18. Jahrhundert. 13.10.2013-12.01.2014. Museum für Lackkunst, Münster 2013


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