Salonspiegel

Salonspiegel

Frankreich, Epoche Regence

Lindenholz geschnitzt mit alter Vergoldung und originaler Verglasung
Maße: 120 cm hoch, 69 cm breit

Spiegel gehörten im Zeitalter des Barock und Rokoko zu den wichtigsten Elementen der Innenraumgestaltung. Vorreiter auf dem Gebiet der Spiegelglaskunst war – abgesehen von Venedig – vor allem Frankreich, nachdem die „Manufacture Royale des Meubles de la Couronne” sich im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts mitsamt des Wissens um die Herstellung großflächiger Spiegel ebendort etabliert hatte.

Der Spiegel als gestaltendes Element gewann stark an Bedeutung, ganze Raumfluchten wie die Galerie des Glaces in Versailles wurden kunstvoll mit Spiegeln ausgekleidet. Auch die kleineren, meist in hochrechteckigen Formen gestalteten und in vergoldeten, üppig verzierten Rahmen gefassten Spiegel blieben im 18. Jahrhundert tonangebend. Diese wurden meist über Konsolen und Kamine gehängt. Die Entstehungsgeschichte dieses Salonspiegels mit Dekoren, die sich aus verhaltenen Rocaille-Formationen zusammensetzen, fällt in die Epoche der Régence, dem Übergangsstil zwischen dem optisch opulenten und schweren Louis XIV und dem Louis XV. Namentlich abgeleitet wurde der Begriff Régence von der Regentenschaft Herzog Philipp von Orléans (1715-1723). Die Régence, in der sich bereits das beschwingte Rokoko anbahnt, zitiert leichtere, spielerische Formen und geschwungene Umrisslinien, die den in dieser Zeit neu aufkommenden Möbeltypen, darunter auch den Spiegelvariationen, einen anmutigen, eleganten und sehr heiteren Charakter verleihen.


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