Sébastian Jacques Leclerc

Sébastian Jacques Leclerc

⁄ dit Leclerc des Gobelins /

1734 Paris - 1785 ebenda

« Fête Champêtre »

Öl auf Leinwand

Sébastian Leclerc schuf für dieses „Fête Champêtre”, für dieses „ländliche Fest”, eine komplexe Bühne  mit einer römischen Ruine vor einem tiefen Horizont und einem Paar Repoussoirfiguren im rechten Vordergrund, die den Blick des Betrachters in das Zentrum der Komposition auf die drei galanten Paare und den jungen eleganten höfischen Kavalier lenken, der gerade dabei ist, der zentralen Frauengestalt einen Blumenkranz aufzusetzen. Der Bildtypus steht in der Tradition der sogenannten ländlichen Vergnügungen, der „Amusements Champêtres”, die mit der Malerei Watteaus bekannt wurden. Als wichtigstes Motiv dieser ländlichen Vergnügungen galt die Sprache der Blumen, die wie lebendige Skulpturen behandelt wurden und viel über den jeweiligen Stand der Liebelei verraten sollten. Legte sie der Werber nur in die Schürze der Dame, wie etwa bei dem linken Paar, so war die Zeit der Liebe noch nicht gekommen – sie standen damit als Symbol einer keimenden Gewogenheit. Die Krönung der Dame durch einen Blumenkranz, wie bei dem zentralen Paar, sollte hingegen darauf hinweisen, dass die Liebe ihrem Ideal bereits sehr nahe ist. Das Spiel des Werbens begleiten in diesem Genre die Körperhaltungen, Gesten, Blicke der Figuren und die Neigungen der Nacken, die feinen Bewegungen der Damenhände, die die Umwerbung zulassen oder sie noch nicht erwidern, sie ablehnen. Die ländlichen Vergnügungen haben stets eine besondere poetisch-erotische Textur, die Leclerc durch seine feine psychologische Beobachtungsgabe zu einem anmutigen Spiel des Begehrens ausgerichtet hat.

Provenienz:
Wildenstein & Co, New York


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